Mutmacher-Theater

Projekt in der Berufsschule holt Jugendliche auf die Bühne

Regen. Der Zuschauer hat jetzt nicht den Horizont, den Theaterpädagogin Petra Scholz hat. Sie hat im zweiten Schulhalbjahr an der Regener Berufsschule mit Jugendlichen aus der „JoA“-Klasse gearbeitet. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz bedeutet die Abkürzung. Berufsschulpflichtig sind die Jugendlichen trotzdem, und wenn Petra Scholz so von ihnen erzählt, merkt man schon, dass es bei einigen vielleicht etwas an Motivation oder vielleicht auch an Mut und Selbstvertrauen mangelte.

„Und dann kommt so was von ihnen, das ist einfach toll“, sagt Scholz. Mit „sowas“ meint sie den Auftritt der Theatergruppe in der Berufsschul-Aula. Eine Theatercollage hat Scholz den Auftritt genannt. Videoschnipsel, in denen die jungen Menschen einander interviewen, junge Geflüchtete wollen von ihren deutschen Mitschülern wissen, was sie am Wochenende machen, ob sie gern in die Schule gehen, was sie einmal werden wollen. Und dann werden aus den Interviewten Fragende, die von ihren neuen Mitschülern wissen wollen, wo sie herkommen.

Das ist dann gewiss ganz im Sinn von Schulleiter Oswald Peter, der in der Begrüßung zum Theatervormittag betont, dass es bei der Arbeit mit den jungen Geflüchteten um Menschen gehe, nicht um Dinge, um Menschen, die die gleichen Gefühle haben würden wie alle 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde.

Die Schützlinge von Petra Scholz spielten mehrere Szenen, dunkel gewandet, weiße Gesichtsmasken tragend, stellten sie ohne Worte dar, wie es ist, wenn jemand nicht zu einer Gruppe gehört. Und dass einer der jungen Schauspieler, er verkörperte einen Pharao, mit kräftiger Stimme ins Publikum sprach, das freute Petra Scholz besonders, „da gehört was dazu, da muss man sich trauen; es ist wunderbar, die Jugendlichen bei ihrer Entwicklung zu begleiten“, so Scholz.

Das zweite Stück an diesem Vormittag war die Performance „coffee&cigarettes“ von Michael Bauer, in der – wie berichtet – jugendliche Geflüchtete an Bistrotischen von ihrer Herkunft, ihrem Leben und ihren Leidenschaften berichteten. Die Zuschauer wurden bei diesem Stück zu Mitmachern und lernten die jungen Leute intensiv kennen. (Lukaschik/Passauer Neue Presse (PNP))

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