„ICH + DU = WIR“

Projektstart: 24.02 2017
Aufführung: 14.07.2017

Im Klassenzimmer sitzen viele Jugendliche, Schüler der JoA - Klasse (Jugendliche ohne Ausbildung) und Schüler der Bik - Klasse (Berufsintegrationsklasse für Geflüchtete) denen ich erstmals alternativ zum regulären Unterricht mein Theaterprojekt vorstelle.

Theater spielen ohne Text zu lernen löst erstmals große Verwunderung aus. „Wie kann ich eine Geschichte erzählen ohne dabei zu sprechen?“ „Es wird niemand verstehen können was wir ausdrücken wollen!“
Die erste Diskussion ist entflammt und viele Argumente später macht uns ein geflüchteter Jugendlicher darauf aufmerksam, dass er und höchstwahrscheinlich einige seiner Kollegen unsere bayerische Diskussionssprache nicht verstehen können.

Große Verwunderung, nein wohl eher die Erkenntnis sich in diesem Projekt auf eine gemeinsame Sprache zu konzentrieren, eine Sprache die jeder Mensch versteht, die Körpersprache.
Dabei biete ich den Jugendlichen kein von mir vorgefertigtes Stück an. Sie sollen ihr eigenes Stück entwickeln und dabei, in Teamarbeit , Lösungen von Aufgaben erarbeiten.

Mit theatralen Methoden, und das heißt eben mit handlungs- und prozessorientierten Methoden vermittle ich den Projektteilnehmern diese Lernfelder.

Die Offenheit und das gegenseitige Interesse an den Lebenswelten der Jugendlichen ist in dieser Gruppe selbstverständlich. Von Anfang an war das verbindende Element in dieser Gruppe der Spaß am Spiel, das gemeinsame Lachen, die Leichtigkeit und Freude am Tun.

Und so entsteht im Laufe der Proben eine Theatercollage:

  • Szenen aus dem Improtheater
    Hier haben die Schüler den Schwerpunkt auf die Themen Ausgrenzung und Mobbing gesetzt
  • Filmaufnahmen
    Die Jugendlichen filmen und interviewen sich gegenseitig und lassen uns damit ein Stück an ihrem momentanen Leben teilnehmen.
  • Choreographien Tanzchoreographien werden entwickelt
  • das ganze Stück wird mit Musik hinterlegt

Das 45 min. Stück ist ein Querschnitt von dem, was sich in der Gruppe entwickelt hat.
Es ein Einblick in Situationen die die Jugendlichen begeistert, beschäftigt, vielleicht ängstigt oder wachsen lässt.
Auf alle Fälle ein Ausblick auf das, was in der Gemeinschaft möglich ist!

Für mich war dieses Projekt wieder eine wunderbare Erfahrung.
Die Bestätigung dass sich diese Jugendlichen selbstverständlich auf Themen der Integration, der Unterschiedlichkeit und der Gleichstellung einlassen. Wie einfach und unkompliziert sich Vorurteile durch gemeinsames Tun abbauen lassen.

Wie kaum ein anderes Projekt fordert und fördert das Theaterspiel Teamarbeit, Bereitschaft zu Koordination, Absprache, Strukturierung, aber auch Durchhaltevermögen
Denn es ist viel spannender etwas selbst zu gestalten als nur passiv zu konsumieren. Die Möglichkeiten der Gestaltung sind hier vielfältig und dabei können unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten zum Zuge kommen.
Unterstützt werde ich in diesem Projekt auch von meiner lieben Kollegin, der Kabarettistin Gerti Gehr.

JoA - Klasse (Jugendliche ohne Ausbildung) und Schüler der Bik - Klasse (Berufsintegrationsklasse für Geflüchtete)
JoA - Klasse (Jugendliche ohne Ausbildung) und Schüler der Bik - Klasse (Berufsintegrationsklasse für Geflüchtete)

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